Wie viele Backlinks sollte man haben – und warum werden nicht alle Backlinks angezeigt?

Backlinks gehören zu den bekanntesten Ranking-Faktoren im SEO. Gleichzeitig gehören sie zu den am meisten missverstandenen Bereichen. Viele Webseitenbetreiber stellen dieselben Fragen: Wie viele Backlinks sind sinnvoll? Warum zeigt Google nicht alle Backlinks an? Warum findet ein SEO-Tool andere Links als die Google Search Console? Reichen 20 starke Backlinks aus oder braucht eine Webseite mehrere Hundert? Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keine feste Zahl, die für jede Webseite gilt.

Die passende Anzahl an Backlinks hängt immer vom Wettbewerb, vom Thema, von der Qualität der verlinkenden Seiten, von der eigenen Website-Struktur, vom Content, von der Suchintention und vom bisherigen Vertrauensprofil der Domain ab. Eine neue lokale Handwerkerseite benötigt eine andere Linkbasis als ein bundesweiter Online-Shop, ein Finanzportal oder eine SEO-Agentur in einem stark umkämpften Markt.

Wichtig ist außerdem: Nicht jeder sichtbare Backlink zählt gleich stark. Und nicht jeder vorhandene Backlink wird in jedem Tool angezeigt. Google, Ahrefs, Semrush, Sistrix, Majestic oder andere SEO-Tools arbeiten mit eigenen Datenbanken, eigenen Crawlern und eigenen Bewertungsmodellen. Deshalb unterscheiden sich die Zahlen oft deutlich. Google selbst erklärt, dass gute Links crawlbar sein sollten und dass Ankertexte Suchmaschinen und Nutzern Kontext geben können. Gleichzeitig fallen manipulative Linkmuster unter Googles Spam-Richtlinien und können Rankings beeinträchtigen.

Wie viele Backlinks sollte man haben?

Eine Webseite sollte so viele hochwertige, thematisch passende und natürlich wirkende Backlinks haben, wie im jeweiligen Wettbewerb notwendig sind, um Vertrauen, Autorität und Relevanz aufzubauen. Für kleine lokale Projekte können bereits 10 bis 50 gute verweisende Domains eine solide Grundlage sein. Für mittelgroße Unternehmensseiten können 50 bis 300 relevante Domains sinnvoll sein. In stark umkämpften Branchen können mehrere Hundert oder Tausende verweisende Domains notwendig sein.

Diese Zahlen sind jedoch nur grobe Orientierungswerte. Entscheidend ist nicht die reine Anzahl der Backlinks, sondern die Anzahl und Qualität der verweisenden Domains. Ein Link von einer echten, thematisch passenden Fachseite kann wertvoller sein als 100 schwache Links aus irrelevanten Verzeichnissen. Zwei Backlinks von derselben Domain sind außerdem nicht dasselbe wie zwei unterschiedliche verweisende Domains. Eine verweisende Domain ist eine Website, die mindestens einmal auf eine andere Website verweist; mehrere Links von derselben Domain erhöhen die Backlink-Zahl, aber nicht automatisch die Zahl der verweisenden Domains.

Warum werden nicht alle Backlinks angezeigt?

Nicht alle Backlinks werden angezeigt, weil jedes Tool nur einen Ausschnitt des Webs kennt. Backlink-Datenbanken entstehen durch Crawling. Ein Tool muss eine Seite finden, crawlen, speichern, auswerten und regelmäßig aktualisieren. Wenn ein Link auf einer selten gecrawlten Unterseite steht, technisch schwer erreichbar ist, per JavaScript geladen wird, blockiert wird oder inzwischen entfernt wurde, kann er fehlen.

Auch die Google Search Console zeigt nicht zwingend jeden einzelnen Link vollständig und in Echtzeit an. Sie liefert eine Auswahl und eine verdichtete Darstellung. Externe SEO-Tools wiederum zeigen nur die Links, die ihre eigenen Crawler gefunden haben. Deshalb ist es normal, dass eine Website in Tool A 120 Backlinks, in Tool B 250 Backlinks und in der Search Console andere Werte zeigt.

Weitere Gründe sind:

Backlinks können noch nicht gecrawlt worden sein. Links können auf Seiten stehen, die auf „noindex“ gesetzt sind. Manche Seiten sind durch robots.txt blockiert. Einige Links sind nur nach Login sichtbar. Andere Links wurden entfernt, bleiben aber in einem Tool noch historisch gespeichert. Manche Tools zählen Subdomains unterschiedlich. Manche Tools unterscheiden zwischen Live-Links und historischen Links. Außerdem werden nofollow-, sponsored- und ugc-Links je nach Tool unterschiedlich dargestellt.

Die wichtigste Erkenntnis: Backlink-Zahlen sind nie absolut. Sie sind Messwerte aus Datenbanken. Für SEO-Entscheidungen sollten deshalb nicht einzelne Tool-Zahlen blind übernommen werden. Sinnvoll ist die Kombination aus Google Search Console, einem professionellen Backlink-Tool, manueller Prüfung und Wettbewerbsvergleich.

Warum die richtige Backlink-Anzahl vom Wettbewerb abhängt

Backlinks wirken nie isoliert. Eine Website konkurriert nicht gegen das gesamte Internet, sondern gegen konkrete Seiten in den Suchergebnissen. Deshalb ist die Frage „Wie viele Backlinks brauche ich?“ nur sinnvoll, wenn gleichzeitig gefragt wird: Für welches Keyword, in welchem Markt, gegen welche Wettbewerber und mit welchem Content?

Ein lokaler Suchbegriff wie „Dachdecker Bad Salzuflen“ hat eine andere Wettbewerbssituation als „Kredit aufnehmen“, „SEO Agentur“, „Sneaker kaufen“ oder „beste Krankenkasse“. Bei lokalen Keywords reichen oft weniger starke Signale, wenn die Website fachlich gut aufgebaut ist, lokale Relevanz besitzt und saubere Unternehmenssignale vorhanden sind. Bei bundesweiten Money-Keywords ist der Wettbewerb häufig deutlich stärker. Dort haben die Top-Ergebnisse oft jahrelang Autorität aufgebaut, viele redaktionelle Erwähnungen erhalten und eine breite Linkbasis.

Die benötigte Linkanzahl entsteht daher aus dem Abstand zum Wettbewerb. Wenn die Top-5-Ergebnisse für ein Keyword jeweils 80 bis 150 verweisende Domains auf Seiten- oder Domain-Ebene besitzen, ist eine Website mit 5 schwachen Links meistens nicht konkurrenzfähig. Wenn die Top-Ergebnisse jedoch selbst nur 10 bis 20 relevante Domains haben, kann schon ein kleiner, aber hochwertiger Linkaufbau einen spürbaren Unterschied machen.

Quantität und Qualität: Warum viele Backlinks nicht automatisch besser sind

Viele Backlinks klingen auf den ersten Blick attraktiv. In der Praxis kann reine Masse jedoch wertlos sein, wenn die Links aus schwachen, irrelevanten oder künstlichen Quellen stammen. Suchmaschinen bewerten Links nicht wie einfache Stimmen, bei denen jede Stimme gleich zählt. Ein Link ist eher eine Empfehlung im Kontext. Je glaubwürdiger, relevanter und sichtbarer die verlinkende Seite ist, desto stärker kann der Link wirken.

Ein hochwertiger Backlink besitzt meistens mehrere Merkmale: Die verlinkende Seite hat echte Inhalte, ein klares Thema, sichtbare Rankings, organischen Traffic, redaktionelle Qualität und eine nachvollziehbare Verbindung zum Ziel. Der Link steht nicht versteckt im Footer, sondern sinnvoll im Content. Der Ankertext wirkt natürlich. Die Zielseite passt zum Thema. Die verlinkende Domain ist nicht nur für Linkverkauf aufgebaut.

Schwache Links entstehen häufig aus automatisch erstellten Profilen, irrelevanten Verzeichnissen, Spam-Kommentaren, minderwertigen Blognetzwerken oder Seiten ohne echte Leser. Solche Links können zwar die sichtbare Backlink-Zahl erhöhen, verbessern aber nicht automatisch die Rankings. In manchen Fällen entsteht sogar ein unnatürliches Muster. Google weist in seinen Spam-Richtlinien darauf hin, dass manipulative Linkpraktiken gegen die Richtlinien verstoßen können.

Beispiele nach Website-Typ

Neue Website

Eine neue Website startet ohne Historie, ohne Vertrauen und ohne gewachsene Erwähnungen. In dieser Phase sind 5 bis 20 hochwertige Start-Links oft sinnvoller als eine schnelle Masse an Backlinks. Wichtig sind zuerst saubere Grundlagen: Unternehmensprofile, seriöse Branchenverzeichnisse, lokale Erwähnungen, Partnerseiten, Fachbeiträge und erste redaktionelle Links.

Eine neue Website sollte nicht versuchen, sofort wie eine etablierte Marke auszusehen. Natürliches Wachstum ist glaubwürdiger. Wenn innerhalb weniger Tage hunderte Links entstehen, aber keine Marke, kein Content, keine Suchnachfrage und keine echten Erwähnungen vorhanden sind, wirkt das Muster unplausibel.

Lokale Dienstleister

Lokale Dienstleister benötigen meist keine riesige Backlink-Menge. Entscheidend sind lokale Relevanz, Vertrauen und Nähe. Sinnvoll sind Links aus regionalen Medien, lokalen Vereinen, Branchenportalen, Partnerbetrieben, Lieferanten, Sponsoring-Seiten, Handwerkskammern, Stadtportalen oder thematisch passenden Ratgebern.

Als grobe Orientierung können 20 bis 100 gute verweisende Domains für viele lokale Märkte bereits stark sein. In größeren Städten oder bei umkämpften Dienstleistungen kann mehr nötig sein.

Online-Shop

Ein Online-Shop braucht meist eine breitere Linkbasis, weil viele Kategorien und Produkte ranken sollen. Hier reicht es selten, nur die Startseite zu verlinken. Wichtig sind Links auf Ratgeber, Kategorieseiten, Kaufberatungen, Studien, Vergleiche oder hilfreiche Ressourcen.

Für kleine Shops können 50 bis 200 verweisende Domains eine solide Basis bilden. Größere Shops in umkämpften Märkten benötigen oft deutlich mehr. Entscheidend ist, dass Links nicht nur auf die Startseite zeigen, sondern thematisch sinnvoll verteilt werden.

Blog

Ein Blog kann mit wenigen starken Links wachsen, wenn die Inhalte außergewöhnlich hilfreich sind. Besonders gut funktionieren Linkable Assets: Statistiken, Checklisten, Studien, Rechner, Vorlagen, Erfahrungsberichte, Glossare oder sehr ausführliche Ratgeber.

Ein Blog sollte nicht nur Backlinks sammeln, sondern Inhalte erstellen, die zitiert werden können. Wenn ein Artikel eine bessere Erklärung, bessere Beispiele oder bessere Daten liefert als bestehende Ergebnisse, steigt die Chance auf natürliche Verlinkungen.

SEO-Agentur

Eine SEO-Agentur bewegt sich in einem besonders kritischen Markt. Die Zielgruppe versteht Suchmaschinenoptimierung, Wettbewerber investieren aktiv in Content, Backlinks und Markenaufbau. Deshalb reichen einfache Verzeichniseinträge selten aus.

Für eine SEO-Agentur sind fachliche Autorität, Fallstudien, Gastbeiträge, Brancheninterviews, Tool-Vergleiche, Konferenzbeiträge, Podcast-Erwähnungen und hochwertige Fachlinks besonders wertvoll. Die reine Zahl ist weniger entscheidend als die Glaubwürdigkeit der Quellen.

Stark umkämpfte Branchen

In Branchen wie Finanzen, Versicherung, Gesundheit, Recht, Immobilien, Casino, Kredite oder große E-Commerce-Märkte ist der Backlink-Wettbewerb oft extrem. Dort haben führende Domains häufig jahrelang Links aufgebaut. Einzelne neue Links reichen selten aus.

Hier zählt eine langfristige Strategie: Content-Qualität, digitale PR, Fachautorität, starke Markenkommunikation, technische SEO, interne Verlinkung und kontinuierlicher Linkaufbau. Die benötigte Anzahl kann mehrere Hundert bis mehrere Tausend verweisende Domains umfassen.

Wie die benötigte Backlink-Anzahl realistisch eingeschätzt wird

Die realistische Einschätzung beginnt nicht mit einer Wunschzahl, sondern mit einer Analyse. Zuerst wird das Hauptkeyword definiert. Danach werden die Top-Ergebnisse geprüft. Anschließend wird untersucht, wie viele verweisende Domains diese Seiten haben, welche Linkqualität vorhanden ist, wie alt die Domains sind, wie stark die Inhalte sind und ob die Links auf die gesamte Domain oder direkt auf die rankende URL zeigen.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Domain-Ebene und URL-Ebene. Eine starke Domain kann auch mit einer schwach verlinkten Unterseite gut ranken, weil die gesamte Domain Autorität besitzt. Eine neue Domain benötigt dagegen oft direkte Links auf die konkrete Zielseite, um konkurrenzfähig zu werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Wettbewerbsanalyse

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Wettbewerbsanalyse

Schritt 1: Hauptkeyword festlegen

Zuerst wird ein klares Hauptkeyword gewählt. Allgemeine Begriffe sind oft zu breit. Besser ist eine konkrete Suchanfrage mit erkennbarem Ziel. Beispiel: Nicht nur „Backlinks“, sondern „wie viele Backlinks sollte man haben“.

Schritt 2: Top-10-Ergebnisse analysieren

Die ersten zehn organischen Ergebnisse werden geprüft. Anzeigen, Shopping-Boxen oder KI-Elemente werden getrennt betrachtet. Wichtig sind die echten organischen Wettbewerber.

Schritt 3: Verweisende Domains vergleichen

Für jede Top-Seite wird geprüft, wie viele Domains auf die konkrete URL verweisen und wie viele Domains auf die gesamte Domain verweisen. Dadurch entsteht ein realistisches Bild der Linkstärke.

Schritt 4: Qualität der Links bewerten

Die stärksten Links werden manuell geprüft. Entscheidend ist, ob die verlinkenden Seiten echte Inhalte, thematische Nähe, Sichtbarkeit und redaktionelle Qualität besitzen.

Schritt 5: Content-Tiefe vergleichen

Backlinks allein reichen nicht aus, wenn der eigene Content schwächer ist. Deshalb wird geprüft, ob die Top-Ergebnisse bessere Struktur, mehr Praxisbeispiele, bessere Daten, klarere Antworten oder stärkere Nutzerführung bieten.

Schritt 6: Linklücke bestimmen

Aus der Analyse entsteht eine Linklücke. Wenn Wettbewerber im Schnitt 80 relevante verweisende Domains besitzen und die eigene Seite nur 15, besteht eine deutliche Differenz. Wenn die eigene Seite 60 hochwertige Domains besitzt, aber inhaltlich schwächer ist, liegt das Problem möglicherweise nicht primär bei Backlinks.

Schritt 7: Prioritäten setzen

Nicht jede Seite braucht sofort Links. Häufig ist es sinnvoller, zuerst die wichtigsten Money-Seiten, Ratgeber, Kategorieseiten oder Linkable Assets zu stärken.

Wichtige Kennzahlen im Backlink-Profil

Verweisende Domains

Verweisende Domains sind oft wichtiger als die reine Backlink-Zahl. 100 Links von einer einzigen Domain sind selten so wertvoll wie 30 Links von 30 unterschiedlichen relevanten Domains. Eine breite, natürliche Linkbasis zeigt, dass mehrere unabhängige Quellen auf eine Website verweisen.

Domain-Autorität

Domain-Autorität ist keine offizielle Google-Kennzahl, sondern eine Metrik von SEO-Tools. Sie kann als Orientierung dienen, sollte aber nie blind bewertet werden. Eine thematisch passende kleine Fachseite kann wertvoller sein als eine große, aber völlig irrelevante Domain.

Thematische Relevanz

Relevanz ist einer der wichtigsten Qualitätsfaktoren. Ein Link von einem Gartenmagazin zu einem Ratgeber über Terrassendächer wirkt natürlicher als ein Link von einer allgemeinen Seite ohne Themenbezug. Je klarer der Zusammenhang, desto besser kann der Link eingeordnet werden.

Linkqualität

Linkqualität entsteht aus mehreren Signalen: redaktionelle Einbindung, Sichtbarkeit der Seite, echter Content, natürliche Platzierung, sinnvoller Ankertext, saubere technische Umsetzung und thematische Nähe.

Ankertexte

Ankertexte helfen Nutzern und Suchmaschinen, den Kontext eines Links zu verstehen. Google empfiehlt aussagekräftige, sinnvolle Linktexte, die zwischen crawlbaren HTML-Links stehen. Ein natürliches Ankerprofil enthält Markenanker, URL-Anker, generische Anker, thematische Anker und gelegentlich passende Keyword-Anker. Ein übertriebener Anteil exakt gleicher Keyword-Anker wirkt unnatürlich.

Linkwachstum

Natürliches Linkwachstum entsteht über Zeit. Eine Website kann in einer PR-Kampagne kurzfristig viele Links erhalten, wenn ein echter Anlass besteht. Ohne Anlass wirkt explosionsartiges Wachstum jedoch auffällig. Nachhaltiger Linkaufbau sollte planbar, aber nicht künstlich gleichförmig sein.

Konkrete Richtwerte zur Orientierung

Für neue Websites: 5 bis 20 hochwertige Start-Links in den ersten Monaten.

Für lokale Dienstleister: 20 bis 100 verweisende Domains, je nach Stadt und Wettbewerb.

Für kleine Unternehmensseiten: 30 bis 150 verweisende Domains.

Für Online-Shops: 100 bis 500 verweisende Domains, bei starken Märkten deutlich mehr.

Für Blogs: 30 bis 300 verweisende Domains, abhängig von Themenbreite und Content-Qualität.

Für SEO-Agenturen: 100 bis 500 hochwertige verweisende Domains können in vielen Märkten eine solide Basis sein, bei bundesweiten Top-Keywords oft mehr.

Für stark umkämpfte Branchen: mehrere Hundert bis mehrere Tausend verweisende Domains.

Diese Werte sind keine festen Regeln. Sie sind Orientierungen. Eine Website mit 80 sehr guten Links kann stärker sein als eine Website mit 800 schwachen Links.

Warum wenige starke Backlinks oft mehr bringen

Ein starker Backlink ist nicht nur ein technischer Verweis. Er ist ein Vertrauenssignal. Wenn eine etablierte Fachseite, ein seriöses Magazin, ein relevanter Verband oder eine echte Branchenquelle auf eine Website verweist, entsteht Kontext. Der Link wirkt wie eine fachliche Empfehlung.

Viele schwache Links liefern dagegen kaum Vertrauen. Sie erhöhen zwar die Zahl im Tool, erzeugen aber selten echte Autorität. Besonders problematisch wird es, wenn die Links keinen thematischen Zusammenhang haben oder ausschließlich zur Manipulation von Rankings erstellt wurden.

Risiken von unnatürlichem Linkaufbau

Unnatürlicher Linkaufbau entsteht, wenn Links nicht als echte Empfehlung, sondern primär zur Ranking-Manipulation gesetzt werden. Dazu gehören auffällige Muster, massenhaft identische Ankertexte, irrelevante Linkquellen, künstliche Netzwerke oder Links ohne redaktionellen Kontext.

Das bedeutet nicht, dass jeder aktiv aufgebaute Link automatisch problematisch ist. Entscheidend ist die Qualität, der Kontext und die Natürlichkeit des Profils. Ein seriöser Fachartikel mit sinnvoller Quellenverlinkung ist etwas anderes als ein automatisierter Spam-Link.

Google beschreibt in den Spam-Richtlinien, dass Verstöße dazu führen können, dass Inhalte schlechter ranken oder nicht in den Suchergebnissen erscheinen. (Google for Developers) Deshalb sollte Linkaufbau immer langfristig, thematisch und qualitätsorientiert geplant werden.

Nachhaltige Strategie für Backlink-Aufbau

Eine starke Backlink-Strategie beginnt mit gutem Content. Ohne verlinkbare Inhalte bleibt Linkaufbau schwer. Besonders geeignet sind Inhalte, die ein echtes Problem lösen: ausführliche Ratgeber, Studien, Statistiken, Checklisten, Rechner, Vorlagen, Branchenanalysen, Kostenübersichten und neutrale Vergleiche.

Danach folgt die gezielte Platzierung. Sinnvoll sind Fachportale, Branchenmagazine, regionale Medien, Partnerseiten, Lieferanten, Verbände, Podcasts, Interviews, Gastbeiträge und digitale PR. Jeder Link sollte einen nachvollziehbaren Grund haben.

Eine gute Strategie verteilt Links auf verschiedene Zielseiten. Nicht jeder Link sollte auf die Startseite zeigen. Wichtige Ratgeber, Kategorien, Leistungsseiten und Ressourcen verdienen eigene Signale.

Häufige Fehler beim Backlink-Aufbau

Ein häufiger Fehler ist der Blick auf reine Masse. Viele Webseitenbetreiber vergleichen nur die Backlink-Zahl, ohne die Qualität zu prüfen. Dadurch entstehen falsche Entscheidungen.

Ein weiterer Fehler ist ein unnatürliches Ankertextprofil. Wenn zu viele Links exakt denselben Keyword-Anker verwenden, wirkt das Profil künstlich.

Auch fehlende Themenrelevanz ist problematisch. Ein Link sollte inhaltlich nachvollziehbar sein. Links aus völlig fremden Themenbereichen liefern selten nachhaltigen Wert.

Ein weiterer Fehler ist fehlende Geduld. Backlinks wirken nicht immer sofort. Crawling, Bewertung und Ranking-Veränderungen benötigen Zeit. Deshalb sollte Linkaufbau nicht nach wenigen Tagen bewertet werden.

FAQ

Warum zeigt Google nicht alle Backlinks an?

Google zeigt in der Search Console nicht zwingend jeden einzelnen bekannten Link vollständig an. Die Daten sind eine Auswahl und können verzögert aktualisiert werden. Für die Analyse sollte die Search Console mit externen Tools und manueller Prüfung kombiniert werden.

Warum zeigt Ahrefs andere Backlinks als Semrush?

Jedes Tool hat einen eigenen Crawler, eigene Datenbanken und eigene Aktualisierungszyklen. Deshalb unterscheiden sich die Zahlen. Kein Tool kennt das gesamte Web vollständig.

Sind 100 Backlinks viel?

100 Backlinks können viel oder wenig sein. Entscheidend ist, von wie vielen unterschiedlichen Domains sie kommen und welche Qualität diese Domains haben. 100 Links von einer Domain sind weniger aussagekräftig als 100 Links von 100 relevanten Domains.

Wie viele Backlinks braucht eine neue Website?

Eine neue Website benötigt zunächst keine Masse. 5 bis 20 hochwertige und thematisch passende Start-Links können eine gute Grundlage sein. Danach sollte der Aufbau organisch wachsen.

Sind nofollow-Links wertlos?

Nofollow-Links geben nicht zwingend klassische Linkkraft weiter, können aber trotzdem nützlich sein. Sie können Traffic, Markenbekanntheit und ein natürliches Linkprofil unterstützen.

Wie schnell sollten Backlinks aufgebaut werden?

Das Tempo sollte zum Projekt passen. Eine bekannte Marke kann durch PR schnell viele Links erhalten. Eine unbekannte neue Website sollte eher langsam und nachvollziehbar wachsen.

Was ist wichtiger: Backlinks oder Content?

Beides hängt zusammen. Starker Content ohne Links kann in umkämpften Märkten schwer sichtbar werden. Viele Links auf schwachen Content führen aber ebenfalls selten zu stabilen Rankings.

Wie erkennt sich ein guter Backlink?

Ein guter Backlink kommt von einer thematisch passenden, echten und vertrauenswürdigen Seite. Er ist redaktionell eingebunden, sinnvoll platziert und besitzt einen natürlichen Ankertext.

Fazit: Die richtige Backlink-Anzahl ist kein Zielwert, sondern ein Wettbewerbswert

Die Frage „Wie viele Backlinks sollte man haben?“ lässt sich nicht mit einer festen Zahl beantworten. Die richtige Anzahl ergibt sich aus Wettbewerb, Branche, Suchintention, Content-Qualität, Domain-Historie und Linkqualität. Entscheidend sind vor allem relevante verweisende Domains, natürliche Ankertexte, thematische Nähe und kontinuierliches Wachstum.

Wer nur auf Masse setzt, baut selten ein starkes SEO-Fundament. Wer dagegen hochwertige Inhalte erstellt, Wettbewerber sauber analysiert und gezielt relevante Links aufbaut, schafft langfristig bessere Voraussetzungen für stabile Rankings.

Die beste Empfehlung lautet daher: Nicht fragen, wie viele Backlinks allgemein nötig sind. Besser ist die Frage, wie viele hochwertige, relevante und glaubwürdige Backlinks im konkreten Wettbewerb fehlen. Genau dort beginnt professioneller Linkaufbau.